[RealMoneyTrader]: Gute Trader sind gute Verlierer

2013 hatte ich die Ehre, mit internationalen Top-Tradern gemeinsam ein Livetrading im Rahmen des IT-Forum in Rimini (Italian Trading Forum) zu haben. Jeder der daran teilnehmenden Trader hielt in diesem Rahmen einen Vortrag, und stellte seinen Ansatz vor. Ein Kollege aus Australien begann seinen Vortrag mit einem Satz, der sich bei mir ins Gedächtnis einbrannte, und der als Leitsatz für erfolgreiche Menschen in jedwedem Beruf gilt. "I want you, to be the best loser you could ever imagine", sagte Brent Penfold. Ich glaube, kaum jemand hat die enorme Essenz dieser Aussage damals begriffen. Je länger ich an den Märkten agiere, und je mehr ich mich in der Welt umgesehen habe, desto wahrer und bedeutender ist dieser Satz für mich. Lesen Sie sich einmal Biographien von weltbekannten, sehr erfolgreichen Menschen durch. Sie werden sich wundern, wie oft diese scheiterten, Rückschläge hinnehmen mussten, es wieder versuchten, diffamiert wurden, ausgelacht, für verrückt erklärt. Und heute erkläre ich Ihnen, warum das eine (Erfolg) zwingend das andere (Niederlagen, Fehler, Rückschläge, Missgunst, Neid etc.) mit sich bringt.

Besonders in Deutschland haben wir eine ganz miserable Einstellung zum Verlieren, zu Fehlern und Risiken im Allgemeinen. Wenn jemand hierzulande etwas probiert hat, und es nicht erfolgreich war, bekommt er es noch hundert Jahre bei jeder Gelegenheit aufs Brot geschmiert. Völlig gleich, was er sonst geleistet hat. Ein Paradebeispiel hierfür ist FDP-Chef Lindner, der mit einem Startup nicht erfolgreich war. In Amerika würde man ihm mit der Einstellung "Cool, dass Du es probiert hast!" begegnen. Unsere Gesellschaft ist zerfressen von Neid, Missgunst und Angst. Haben Sie sich jemals gefragt, warum Tesla, Amazon, Google, Apple, Intel, Microsoft, Coca Cola, Procter and Gamble, Disney, Facebook... (ich beende die Aufzählung an dieser Stelle, sonst wird der Artikel episch lang) alles US-Innovationen sind, die unser aller Leben veränderten, und warum eine derartige Weltmarke nie aus Deutschland kam? Mich wundert es nicht. Hier ist die Angst zu scheitern und seinen Ruf zu beschädigen weit größer, als die Motivation, etwas außergewöhnliches zu schaffen. Um etwas zu schaffen, das zuvor noch niemand schaffte, muss man Wege beschreiten, die vorher noch niemand gegangen ist. Und das impliziert auch ein mehrfaches Irren und Nachjustieren. Wenn Sie sich den Werdegang von Steve Jobs, Bill Gates oder Elon Musk betrachten, dann sind das ja keine Erfolgsstories von Beginn an. Sie alle hatten Rückschläge, standen vor dem Scheitern, machten aber mit Mut und Pioniergeist weiter. Unser Bild von diesen supererfolgreichen Menschen beschränkt sich auf den sichtbaren Teil. Welche Arbeit und welcher Mut unsichtbar dahinter stecken, bleibt den allermeisten verschlossen. Kaum jemandem ist bewusst, was den Erfolg wirklich bringt, und was die besten der besten wirklich ausmacht.

Was ich aus meiner Fussballer-Laufbahn lernte

Meine Einstellung war schon sehr früh gänzlich anders. Vielleicht half mir dabei meine Fussballer-Laufbahn, bei der ich es bis auf semiprofessionelles Niveau schaffte, und tiefe Einblicke in den professionellen Bereich bekam. In der Zeit, in der ich in der Jugend von Eintracht Frankfurt spielte, war unser Profi-Team sehr stark. Als Balljungen und manchmal auch bloß als Zuschauer (wir bekamen immer Karten für die Spiele) konnte ich die meisten Spiele der ersten Mannschaft live verfolgen. Einer der Top-Spieler damals war Uwe Bein. Ein genialer Spielmacher, der viele entscheidenden Pässe spielte, die unmittelbar zu Toren führten. Wenn jemand nur die Zusammenfassung abends in der Sportschau sah, wird sicher der Eindruck entstanden sein, dass Bein ein überirdisches Wesen sei, das nur Traumpässe spielt, die zu Toren führen. Das ist ganz ähnlich, wie im Trading. Beachtet werden die großen Erfolge, die Highlights (große Gewinner), aber wie es vor und nach diesen ausschaut, das ist vielen nicht bewusst. Mir war damals bereits aufgefallen, dass er auch viele Pässe spielte, die in letztem Augenblick abgefangen wurden vom Gegner. Das ist auch völlig normal, denn es sind die riskantesten Pässe gewesen. WENN sie ankommen, sind sie tödlich. Aber es kamen viele eben auch nicht an. Pro vorbereitetem Tor gab es nach meinem Empfinden ein Dutzend Fehlversuche. Aber das ist nicht schlimm, sondern völlig normal. Ich erinnerte mich gerade in dieser Woche an genau das Phänomen und machte folgendes: Ich suchte nach einer Pass-Statistik der Bundesligaspieler. Selbst, wenn Sie kein Fussballfan sind, werden Ihnen die Namen Lewandowski, Reus oder Müller etwas sagen. Betrachtet man sich die Passquote der absoluten Top-Spieler, die die Spiele entscheiden mit ihren Toren (in Freiburg ist Nils Petersen zu nennen), dann findet man diese nicht einmal annähernd unter den Top 10 der Spieler mit der besten Passquote. Reus (44), Brandt (46) und Sancho (46) sind bereits im Mittelfeld der Passgenauigkeit und der wohl derzeit beste Stürmer in Europa, Lewandowski liegt auf Platz 96. Das bestätigt genau meine Erfahrung aus dem Fussball und auch jene aus anderen Bereichen des Lebens. Die Erfolgreichsten scheitern nominal öfter, als andere. Sie machen nominal mehr Fehler, und genau das bringt ihnen den Erfolg. Und unter anderem deshalb werden Sie auch über die erfolgreichsten Menschen immer etwas negatives finden. Was glauben Sie, wie viele bierbäuchig, mit Kippe und Chips im Sessel sitzende Menschen missgünstig gelacht haben, und sich mit der einzig körperlichen Betätigung am Tag ein paar hämische Worte in irgendeinem sozialen Medium über die zu Bruch gegangene Scheibe bei der jüngsten Tesla-Präsentation von Elon Musk verfassten?! Ich vermute, wenn man Elon Musk vor 20 Jahren gefragt hätte, ob er lieber regelmäßig über erfolgreiche, mutige Menschen Mist schreiben oder ob er der werden möchte, der mal eine eigene Automarke entwickelt, bei der eine Scheibe bei einer Präsentation platzt, würde er immer letzteres wählen.

Die Besten verlieren auch am meisten

Zugegeben: Auch ich dachte in meinen ersten Jahren, dass die Top-Trader einfach extrem oft richtig liegen, und eine geheime Formel haben, die sie regelrecht magische Trades machen lässt. Völliger Quatsch! Die erfolgreichsten Trader haben auch die prozentual größten Draw Downs, sie haben Misserfolge und werden zurückgeworfen. Das Entscheidende ist, dass sie weitermachen, und nicht den Schwanz einziehen, wenn es ungemütlich wird. Ich glaube, viele Börsianer hierzulande haben null Überzeugung, dass sie an der Börse Geld verdienen werden, dass es erlernbar ist, und nur eine Frage von Fleiß und Zeit, ehe sie zu den Gewinnern zählen. Serienkiller und Triebtäter berichteten oft, dass sie regelrecht erleichtert waren, als sie endlich geschnappt wurden. Und ich vergleiche hier niemanden mit solch kranken und kriminellen Subjekten, aber eine vergleichbare Erleichterung und eine Sehnsucht nach dem Ende der Aktivitäten nehme ich bei vielen Tradern wahr. Statt von Scheitern zu sprechen, machen sich erfolgreiche und konstruktive Menschen zum Beispiel Gedanken, wie es weitergeht und was man verbessern kann.

Hätten alle Menschen diese Einstellung zum Verlieren und zu Misserfolgen gehabt, würden wir heute noch mit Stein und Hölzchen Feuer machen, in Höhlen leben und mit Speeren ein paar Fische fangen. Zum Glück gab und gibt es immer wieder die Elon Musks, die Bill Gates´und Steve Jobs´ dieser Welt. Wenn Sie im Trading erfolgreich werden wollen, müssen Sie sich an den Weisheiten und den Mindsets dieser Pioniere orientieren, und nicht an jenen, die gefrustet vom Leben mit drei virtuellen Freunden auf Instagram und Facebook Ihnen einreden wollen, dass Verlieren etwas schlechtes ist. Ich sage heute schon meinem sechsjährigen Sohn, dass er Fehler machen soll, dass er Dinge probieren soll, wenn er eine Idee hat. Sind Musk und Co die großen Sympathieträger der Allgemeinheit? Nein, absolut nicht. Wir Menschen mögen Leute nicht, die anders sind, als wir. Sympathisch ist uns der Klempner von nebenan, der zwar nur jeden 3. Ton bei einem Gesangs-Casting trifft. Aber egal, das ist einer von uns. 😉

Gleichgewicht und Einstellung

In den 23 Jahren, in denen ich öffentlich mein Handeln teile, habe ich oft erlebt, wie einem die Menschen in den guten Phasen so tief in den Hintern kriechen, dass man sich wundert, wie sie da wieder raus kommen, um einem das Messer in den Rücken zu rammen, wenn es mal nicht läuft. Ein guter Trader wird bei Gewinnen nicht euphorisch, weil er weiß, dass die nächste Verlustphase nur eine Ecke weiter lauert . Und in Verlustphasen wird er nicht zu einem polemischen Rumpelstilzchen, weil er hier wiederum weiß, dass die nächste Gewinnphase nur eine Frage der Zeit ist. Sie werden vielleicht glauben, es sei besonders wichtig, ein gutes Regelwerk in Form einer Strategie zu haben. Was Sie wirklich brauchen ist vor allem eine innere Balance und eine kerngesunde, geerdete Einstellung zu Gewinnen und besonders zu Verlusten. Ohne diese wird Ihnen die beste Strategie der Welt nichts bringen, weil Sie bei der ersten Verlustserie kapitulieren!

Traden lernen wie ein Profi

Fundamentales Wissen und konkrete Trading-Strategien bilden die Grundlage für das Trading von Profi-Trader René Wolfram seit 23 Jahren. Das den Trades aus seinem Livetradingroom (40% durchschnittlich per anno, live und transparent) zugrunde liegende Wissen wird in unserer Trader-Ausbildung RW Mentoring Advanced vermittelt. Jetzt anmelden und noch am Präsenzseminar am 22. und 23. Februar teilnehmen: https://www.realmoneytrader.com/shop/rw-mentoring-advanced/trading-ausbildung-rw-mentoring-advanced/

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