Bringen die Zinsanhebungen eine Baisse im Aktienmarkt

Für den heutigen Mittwoch wird eine weitere Zinsanhebung der US-Notenbank erwartet. Weltweit mehren sich die warnenden Stimmen, die auf einen bevorstehenden Bärenmarkt hinweisen. Steigende Zinsen seien schlecht für den Aktienmarkt, so der Grundtenor. Gerne werden solche Binsenweisheiten unkritisch weiterverbreitet. Dabei kann jeder, aber auch wirklich jeder die Aussage auf deren Wahrheitsgehalt prüfen, indem er sich mal ein paar Minuten Zeit nimmt und sich die historischen Charts anschaut.

Abbildung: US-Leitzins seit 1954

Im nachfolgenden Schaubild sind jene Jahre markiert, in denen nach einer Zinssenkungsphase die erste Zinsanhebung erfolgte. Wer die ersten ein bis drei Zinsschritte gen Norden zum Anschluss für einen Ausstieg aus dem Aktienmarkt nahm hat den Hauptteil der Bullenmärkte verpasst. Zwei Jahre nach der ersten Zinsanhebung notierte der breitgefasste S&P 500 IMMER mindestens auf gleichem Niveau, überwältigend oft sogar deutlich höher. Man kann also nicht einmal einen kurzfristigen Schockeffekt ausmachen, der auch nur ansatzweise eine statistische Signifikanz hätte.

Abbildung: S&P 500 seit 1954 mit Markierung jener Jahre, in denen die erste Zinsanhebung erfolgte

 

Fazit: Möglicherweise korrigiert der Aktienmarkt auf absehbare Zeit scharf, aber ganz sicher nicht, weil die Zinsen nun von Null erstmals ein wenig steigen. Man sollte hierzu verstehen, dass der Leitzins immer dann gesenkt wurde, wenn es Krisen gab und die Wirtschaft nicht lief. Ein steigender Leitzins hat in den ersten zwei bis drei Jahren damit also vielmehr die Aussage „es läuft wieder, die Wirtschaft braucht keine Stützräder mehr“, als dass dies ein besorgniserregendes Zeichen wäre.

In meinem Forecast für 2017 ist zwar eine scharfe Korrektur beinhaltet, von der ich auch nach wie vor ausgehe. Auf Sicht von zwei bis fünf Jahren jedoch halte ich die Rufe der Bären für deutlich verfrüht. Ich gehe davon aus, dass wir noch sehr viel höher steigen werden. Auch in der Hausse der 90er-Jahre gab es immer wieder scharfe Zwischenkorrekturen (z.B. 1997 und 1998), aber das waren Kaufchancen, die sich richtig lohnten.


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René Wolfram

 

 

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