Wann markieren Märkte bedeutende Tiefs?

Sicher haben Sie bereits Ihre Erfahrungen an den Börsen dieser Welt gemacht. Und ganz sicher waren das nicht allein schlechte. Jedenfalls wünsche ich Ihnen, dass es auch gute Erfahrungen gab, denn Sie brauchen einen Hoffnungsschimmer, einen Lichtstrahl am Horizont, der sie dazu ermutigt, weiter zu machen. Denn nur, wer sich von den Launen der Märkte nicht mürbe machen und abschütteln lässt, hat jemals die Chance, am Markt Geld zu verdienen und die vielen positiven Seiten des Trading kennenzulernen. Vielleicht haben Sie unter den negativen Erfahrung einiges, was eigentlich sogar lehr- und hilfreich sein könnte, wenn Sie nur wüssten, warum es so war. Bei mir gab es über die 18 Jahre, die ich nunmehr an den Märkten agiere einige große Aha-Effekte, durch die auf einmal alles einen Sinn ergab. Und glauben Sie mir: Sie mögen vielleicht zwischenzeitlich ein anderes Empfinden entwickelt haben, aber die Märkte und alles, was uns beim Handel darin widerfährt ist absolut logisch und in der Mehrzahl der Fälle auch zumindest in den Grundzügen erklärbar.

Heute möchte ich eine negative Erfahrung teilen, die ich über mehrere Jahre gemacht hatte und die sich am Ende in eine sehr bedeutende Erkenntnis umwandelte, als ich begriffen hatte, wie die Märkte wirklich funktionieren. In meiner Anfangszeit hatte ich einen rein diskretionären Tradingstil, was bedeutet, dass ich nach Bauchgefühl handelte. Mal nutzte ich diesen Indikator, mal jenen, mal war es eine vermeintlich bedeutende Meldung, dann wieder etwas ganz anderes. Es rührt von Urinstinkten her, die tief in uns verankert sind, dass wir „Höhe“ als Gefahr wahrnehmen. Im Trading kommt das an dem Punkt zum Tragen, wo ein Trader in eine fortgeschrittene Bewegung einsteigen soll. Er schaut auf den Chart und nimmt einen fortgeschrittenen Aufwärtstrend als „hoch“ wahr. Diese instinktgetrübte Wahrnehmung des Marktgeschehens führt zu Fehlhandlungen, die viel Geld kosten können, wie ich bei zahlreichen Intraday-Trades feststellen musste, die ich damals einging. Auf einen Markt aufmerksam wurde ich und werde vermutlich auch Sie, wenn dieser auffällig stark ausschlägt. „Gold heute bereits 5% im Plus“, „der S&P 500 bereits 30 Punkte in 2 Stunden gefallen“… so oder so ähnlich könnten die Headlines zu Entwicklungen lauten, die unsere Aufmerksamkeit wecken. Bewertet man nun diese Bewegung emotional, so wird das Resümee lauten: „Gold ist stark gestiegen, das muss ja auch wieder zurückkommen. Ich gehe mal short.“ Und schon hat man den nächsten Verlust-Trade quasi schon in den Büchern stehen. Ich habe phasenweise mit jedem derart gelagerten Trade Geld verloren. Nicht etwa, weil gegen den Trend handeln pauschal schlecht wäre. Nein, das ist es nicht. In vielen Fällen macht es sogar Sinn, eindeutig mehr Sinn, als in einen Trend zu springen, der kurz vor dem Ende steht. Doch für den spezifischen Fall muss man folgendes verstanden haben: Große Ausschläge werden zwingend von großen Marktteilnehmern (Fonds, Hedger) verursacht. Wenn diese agieren, dann ist davon auszugehen, dass sie über den gesamten Handelstag, mitunter sogar über mehrere Tage brauchen, um ihren Block abzuarbeiten. Deren Aufträge lauten nämlich eher „kaufen Sie 20.000 Kontrakte“, als wie bei uns, wo es sich um einen oder zwei Kontrakte dreht. Große Institutionen kaufen also verteilt über einen ganzen Tag. Der starke Intradaytrend indiziert also institutionelle Aktivität. Und sich gegen diese zu stellen macht in den meisten Fällen keinen Sinn. Eine Statistik zum Zeitpunkt, wann bedeutende Markttiefs und Markthochs markiert werden unterstreicht diese Ausführungen. Man kann sehen, dass es Häufungspunkte zu Handelsbeginn und zum Handelsende gibt. Mitten in der Handelssitzung werden aber extrem selten belastbare Tiefs (und Hochs) ausgebildet.

Es gibt Ausnahmefälle, in denen man sich intraday gegen den Trend stellen kann, aber aufgrund des starken fundamentalen Basiseffekts ist es absolut deplatziert, sich bei starken Intradaytrends gegen die Bewegung zu stellen. Wenn wir Counterpositionen aufmachen, dann ist es erfahrungsgemäß am besten, das Handelsende abzuwarten und dann in den Markt zu gehen.

Quelle: www.sentimentrader.com
Quelle: www.sentimentrader.com

 

Hinweis: Bitte beachten Sie, dass sie in der Grafik US-Uhrzeiten sehen.

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Ein Gedanke zu „Wann markieren Märkte bedeutende Tiefs?

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    4. November 2016 um 4:30
    Permalink

    Spontan zum Posting v. 30.10.2016:
    Erfahrung(Intuition,Bauchgefuehl) sollte denk ich immer dabeisein, nur wenn sie ohne Plan, Strategie wild genutzt wird, bringt sie Nichts oder Verderben.
    Ich kenne einen extrem logisch denkenden Mathematiker, der an der Börse bisher tief in den roten Zahlen steckt. Er hat auf Bankkredit Basis antizyklisch in Aktien v. Aixtron, Commerzbank investiert (weil ja so schön billig) und hofft (ganz cool u. sicher, dass seine Mathe. Logik in Zukunft Früchte tragen wird ) seit vielen Jahren auf die Wende. Rationales Denken alleine scheint also nicht zu genügen.

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