Bauholz Rallye und kein Ende?

Der Bauholzpreis hat sich binnen eines Jahres vervierfacht und stieg jüngst nochmals senkrecht an. Die Häuserbauer in den USA stöhnen unter den massiv gestiegenen Kosten für den Bau eines Eigenheims. Mittlerweile verteuert sich der Bau eines Hauses um knapp 40.000 Dollar, nur durch den Anstieg des Bauholzpreises! Doch wie geht es weiter?

Bauholz ist ein sehr enger Markt, in dem sich vorwiegend kommerzielle Adressen bewegen. Dadurch neigt er zu starken Trends. Ineffiziente Märkte sind eher trendig, effiziente Märkte taugen eher für kurzatmigeren Handel in engeren Spannen. Wer hier in den Ring steigt, sollte unbedingt wissen, dass es phasenweise heftig schwanken wird, und damit umgehen können.

Rückblick 2020

Der enorme Preisanstieg ist komplett auf die Pandemie zurückzuführen. Als die Welt im Frühjahr 2020 in einen beispiellosen Lockdown ging, fuhren die Bauholz-Produzenten ihre Produktion zurück, legten einige Sägemühlen still. Um die Folgen der Pandemie zu bekämpfen senkten die Notenbanken weltweit die Zinsen. Plötzlich war es aufgrund der günstigen Zinssätze attraktiv, ein Haus zu finanzieren. Zudem haben viele Bürger die Zeit Zuhause genutzt für Heimwerken. Nun traf ein reduziertes Angebot auf enorme Nachfrage, was die Preise massiv steigen ließ.

US-Zölle auf kanadische Holzimporte

Ein weiterer preistreibender Faktor waren die hohen Zölle auf die Einfuhr von kanadischem Holz in die USA. Sie lagen bei 20%, wurden Ende 2020 bereits gekürzt auf 9%, lasten aber nach wie vor auf dem Preis.

Produktion wird massiv hochgefahren

Derzeit wird die Produktion massiv hochgefahren. Es werden Sägemühlen reaktiviert, die teilweise seit 2018 stillgelegt waren. Die Produktion ist aktuell auf einem 14-Jahres-Hoch, und steigt weiter. Zudem, so wird berichtet, gehen große Teile von europäischem Holz in die USA und nach China. Die Rufe nach einem Einschreiten der Politik werden immer lauter. Verständlich, denn drastisch erhöhte Preise bei den Eigenheimen treffen den Konsumenten direkt. Das hat Potenzial, weitreichende Folgen zu haben. Schließlich läuft die gesamte Finanzierung auf Pump. Und alles Geld, was für den Hausbau und dessen Finanzierung drauf geht, fehlt für den Konsum im Alltag. Es ist für mich daher überraschend und unverständlich, dass bis auf eine Reduzierung der Zölle auf kanadisches Holz seitens der US-Politik noch keine Anstrengungen unternommen wurden, dieser wirtschaftsschädigenden Entwicklung entgegen zu wirken. Mehrere Senatoren hatten bereits im März Briefe an US-Präsident Joe Biden geschrieben, in denen sie ihn baten, sich dringend diesem Problem anzunehmen.

Produzenten kaufen selbst am Terminmarkt

Die Angebotslücke führt dazu, dass die Produzenten selbst am Terminmarkt als Käufer auftreten, damit sie ihren Lieferverpflichtungen nachkommen können. Das drückt die Terminkurve vorne hoch. Solche Situationen, in denen die eigentliche "Sell-Side" des Marktes als Käufer auftritt bringen stets zunächst steile Anstiege, anschließend, wenn deren Käufe enden, und sie wieder als Verkäufer auftreten, in einem senkrechten Preiseinbruch.

Es muss etwas passieren, und es wird...

Bauholz handele ich schon lange, und habe ähnliche (wenn auch nicht so extreme) Situationen bereits mehrfach miterlebt. 2018 stieg der Preis ebenfalls senkrecht an. Damals trieben die US-Zölle von 20% auf Holz aus Kanada, Naturkatastrophen und die Nachfrage die Preise auf bis zu 640 Dollar. Und auch, wenn das ein Preis wäre, von dem wir alle träumen, muss man klar sehen, dass der langfristige Durchschnittspreis sogar bei 350 US-Dollar liegt. Holz ist generell kein knapper Rohstoff. Es ist also ganz klar ein rein temporäres Phänomen. Irgendwann in m.E. nicht allzu ferner Zukunft, wird das Angebot so stark ausgeweitet, dass es die Nachfrage wieder decken kann. Zudem dürfte es bald ein politisches Einschreiten in der Form geben, dass man die Zölle auf kanadisches Holz komplett wegfallen lässt, und man ein Agreement mit Kanada schließt. Wenn dann die Nachfrage aufgrund der stark gestiegenen Preise nur leicht zurückgeht, haben wir senkrecht fallende Notierungen im Bauholz. Es ist fast unmöglich, dies auch nur annähernd perfekt zu timen.

Hintere Liefermonate Shorten

Da wir eine Situation haben, in der ein Angebotsdefizit rein temporär vorliegt, wir aber bereits Anstrengungen sehen, die Produktion massiv auszuweiten, sind für eine Shortpositionierung vor allem die hinteren Liefermonate interessant. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass die Angebotslücke für den Liefertermin November 2021 NICHT mehr besteht, da bis dahin sämtliche Maßnahmen greifen dürften. Die vorderen Liefermonate Mai (steht unmittelbar vor der Lieferperiode) und Juli sind eher für die Longseite attraktiv, die hinteren eher für Short.

Historische Preis-Rallyes und anschließende Einbrüche

Die Historie zeigt, dass ähnliche Situationen immer wieder aufgetreten sind. Und jedes mal endete es mit einem senkrechten Einbruch der Bauholzpreise. 2018 hat man diese Entwicklung auch etwas zu früh antizipiert, und musste mit Schwankungen umgehen. Aber im Endeffekt ist genau das passiert, was immer passierte: die Preise brachen senkrecht ein.

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