[RealMoneyTrader]: Wenn Anlagen und Investments zur Religion werden

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Es ist so alt, wie die Börse selbst: Das Phänomen, dass ein Asset für eine Gruppe von Menschen zu einer Art Religion wird. Diese Menschen reden über nichts anderes mehr, als über ihr Investment. Sie können an nichts anderes denken. Und diese Menschen versuchen, teils mit Vehemenz und einer gewissen Grund-Aggressivität, andere davon zu überzeugen, dass diese doch auch investieren sollten. Ähnlich, wie Religionen im wahren Leben leider Gottes Kriege und gewaltsame Auseinandersetzungen auslösen, verhält es sich auch mit zur Religion erklärten Investments.

Beispiele dafür gibt es einige. Sie werden sicher schon einmal den Begriff Tulip-Mania oder Tulpenblase vernommen haben. Ja, es gab eine Zeit, in der der Preis für Tulpen regelrecht durch die Decke ging. Wie so etwas sein kann, wo doch jeder Tulpen in seinem Garten anpflanzen kann? Weil Menschen manchmal so fest an etwas glauben wollen und eine Story um es herum konstruieren, dass so etwas dabei rauskommt. Mit Gold verhält es sich seit Ewigkeiten ganz ähnlich. Einen echten Goldjünger erkennen Sie daran, dass er, egal was auch immer auf der Welt und in der Wirtschaft passieren mag, immer damit argumentiert, dass diese Entwicklung zu einem steigenden Goldpreis führen wird. Ich habe das gerade für das Jahr 2011 noch lebhaft in Erinnerung, da ich selbst seinerzeit bei Gold und Silber sehr aktiv war. Allerdings vornehmlich auf der Shortseite!

Die Argumentationen lauteten damals in etwa so: „Wenn die Weltwirtschaft zusammenbricht, dann ist Gold als sicherer Hafen DER große Profiteur.“ Klingt plausibel, nicht wahr?! Gold wird, wenn gleich es empirisch nicht belegbar ist, gerne als Krisenwährung gesehen. In Wahrheit hat es sich bei Wirtschaftskrisen ebenfalls schlecht entwickelt. Aber das nur am Rande…

„Wenn die Wirtschaft in Fahrt kommt durch die Stimulation der Notenbanken, dann bekommen wir Inflation. Das wird den Goldpreis auf neue Höhen treiben!“ Klingt auch plausibel, oder?! In dieser Modellrechnung stellte Gold also damals ein Win-Win-Investment dar. Egal, was passieren würde: Gold steigt. Nun, die Realität sah anders aus. Lassen Sie sich gesagt sein: Es gibt niemals ein risikoloses Investment! Nie, nie, nie! Sobald aber viele davon ausgehen, dass es das gibt, nehmen Sie die Füße in die Hand und rennen! Das wäre auch für so manchen Börsianer besser gewesen, der davon ausging, dass Zinsen nie unter Null fallen und der Bund Future niemals über 160 ansteigen kann. Ich kenne einige, die durch Shortwetten, die sie als risikolos und todsichere Kiste betrachteten, hohe sechsstellige Beträge verloren haben. Auch da ging die Rechnung nicht auf.

Immer wieder kommt irgendwer mit einer Story um die Ecke, die Potenzial hat, Massen zu faszinieren. Klar, wir alle träumen doch davon, eine neue Microsoft von Beginn an im Depot zu haben oder bei der nächsten Basisinnovation, wie es damals das Auto oder jüngst das Internet waren, früh aufzuspringen. Wie oft solche Spekulationen im Sande verlaufen… davon will niemand reden.

Nun entwickelt sich eine neue „religiöse Gemeinde“: Die Kryptojünger! Wer ist schon zufrieden mit den Regierungen und findet die Notenbankpolitik gut? Und dann kommt da auf einmal ein Zahlungsmittel, wie der Bitcoin, der gängige Währungen ersetzen soll und bargeldlose Zahlungen ermöglicht? Eine Währung, bei der uns keiner etwas wegnehmen kann… Hinzu kommt, dass es auch an Komplexität nicht mangelt. Blockchain, Wallet etc. pp – das ist so komplex, dass es gut sein muss! Wir Menschen bemessen komplex dargestellten Dingen einen höheren Wertgehalt bei, als simplen Dingen. Und dann stimmt auch noch die Performance! Während Warren Buffett und Konsorten sich mit Renditen von 10-20% per anno abmühen, verdiente man das mit Bitcoin, Ethereum & Co teilweise binnen Minuten.

Um es klar und ausdrücklich zu betonen: Ich sage nicht, dass es völliger Quatsch ist, was sich da entwickelt. Teilweise sind da recht sinnvolle Konzepte dabei, die sicher ihren Platz in der Welt und den Wirtschaften einnehmen werden. Und wenn Sie Geld verdienen wollen mit einer neuen, interessanten Story – warum nicht!? Aber wer hier kauft und glaubt, es würde immer weiter steigen und steigen – der wird eines Tages die Erfahrung machen, die ich um die Jahrtausendwende mit Aktien machte, von denen ich dachte, dass man sie nie verkaufen muss. Ich bin sicher viel zu wenig in der Materie drin, um die tollen Ideen und Möglichkeiten der Kryptos angemessen bewerten zu können. Doch ich bin lange genug an der Börse aktiv und habe genug miterlebt, um mir simple und für den Umgang mit einem Investment essentielle Fragen zu stellen, die Sie sich auch stellen sollten, um den Beschlag von der rosaroten Brille Ihrer Krypto-Investments, zu denen ich Sie bis hierher beglückwünsche, zu wischen:

  1. Welches Interesse sollen Staaten, wie Deutschland, USA, Russland und China haben, dass die gängigen Währungen, über die sie selbst die Kontrolle haben und über die sie sich entschulden können, ersetzt werden durch eine nicht kontrollierbare und nicht regulierte Währung? Ich glaube: Wenn die Kryptos eine ernstzunehmende Bedrohung für das „echte“ Geld werden, dann kommen Verbote oder eine gehörige Portion an Regulierung.
  2. Ist es realistisch, dass man 70- und 80-jährigen Menschen zumutet, ihre Blockchain regelmäßig per Wallet zu sichern? Wir sprechen von Leuten, die noch ihr Konto bei Sparkassen und Volksbanken haben und die Überweisungsträger statt Online-Banking nutzen, weil sie es gewohnt sind. Was ich sagen will ist: Das Produkt ist bislang für Kenner innovativ und hat einen Reiz. Es ist aber in der bisherigen Form mitnichten massentauglich!
  3. Stichwort Sicherheit: Bei Bankguthaben gibt es staatliche Sicherungsmechanismen, die verhindern (sollen), dass mein angelegtes Geld auf einmal futsch ist. Es gab bereits enorme Diebstähle von Kryptos. Sie sind weder sicher, noch wird der Staat auch nur einen Cent erstatten, wenn man damit Geld verliert.
  4. Jede Krise braucht ihre Bauernopfer, um die wahren Schuldigen zu schützen. Noch ist die breite Öffentlichkeit nicht auf den Kryptozug aufgesprungen (Gut für Sie, denn dann dürfte die Party noch ein Weilchen weitergehen und Sie können damit Geld verdienen!). Doch seien wir mal realistisch: Sobald der Ottonormalbürger anfängt, mit Kryptos zu zocken und Leute investieren, denen die Story am Allerwertesten vorbei geht, sondern die auf schnelle und hohe Gewinne aus sind, dann wird es auch große, realisierte Verluste geben. Denn die Volatilität in Bitcoin, Ethereum und anderen Krypto-Währungen ist gigantisch. Während Sie hoffentlich eigenverantwortlich diese Story traden, werden dann Leute aufs Tableau treten, die sich öffentlich beschweren, wie viel Geld sie durch diese Engagements verloren haben. Und auch, wenn natürlich jeder selbst wissen muss, was er da macht: Genau an dem Punkt wird die Stimmung kippen und die staatlichen Interventionen werden kommen. Was gibt es besseres, um von den eigenen Unzulänglichkeiten abzulenken, als auf nicht-staatliche Währungen draufzuhauen. Getreu dem Motto „lieber uns 25% Strafsteuer geben und den Rest behalten, als alles mit Kryptos zu verlieren“ könnten dann Regulierungen losgehen.

 

Wie gesagt: Ich bin nicht gegen Kryptowährungen und beglückwünsche nochmals jeden, der so mutig und clever war, früh auf den Zug aufzuspringen. ABER ich bin sicher, dass es wichtig ist, auch im Bewusstsein zu handeln, dass es da ganz andere Interessenslagen seitens der Staaten gibt. Und die machen nun mal die Gesetze! Auch, wenn man an die Story glaubt, so sollte man, wie bei jedem anderen Investment auch, einen Plan für das Verkaufen haben. Denn sonst könnte es einem ergehen, wie denjenigen, die vor einigen hundert Jahren dachten, dass Tulpenzwiebeln ins Unermessliche steigen oder auch wie jenen, die Mitte 2011 für Gold Ziele von 25k bis 50k ausgerufen hatten. Die Kunst ist, einerseits von der Story überzeugt zu sein, andererseits aber auch die Risiken im Blick zu haben, und dann und wann auch mal einen Gewinn real werden zu lassen.

 

Viel Erfolg weiterhin!

René Wolfram

 

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