CoT-Report

Ein mächtiges und unheimlich wertvolles Instrument, welches aber nur wenige wirklich zu nutzen verstehen. Der CoT-Report zeigt seit Jahrzehnten absolut transparent die Positionen der großen Marktteilnehmer an. Sein Zweck im ureigenen Sinn ist, Transparenz hinsichtlich der Aktionen und Positionierungen jener Marktteilnehmer zu schaffen, die mit dem Umfang des bewegten Kapitals in der Lage sind, die Preise einzelner Futures zu bewegen. Im Kern unterscheidet der Report vier Händlergruppen, die allesamt im gleichen Markt (Future) handeln, jedoch mit unterschiedlichen Motiven. Bis 2006 war der CoT-Report noch grober als heute. Damals unterteilte die CFTC (Commodity Futures Trading Commission) noch in drei Lager bei den Marktteilnehmern: Commercials (Hedger), Large Traders (Fonds) und Small Speculators (Kleinspekulanten). Ab dem Jahr 2006 kam eine Händlergruppe hinzu, die aufgrund des Charakters Ihrer Handlungen nicht eines der bisherigen Lager einzuordnen war: die Swap Dealer. Zudem wird im CoT-Report auch das Open Interest angezeigt, welches als Maß für den Grad der Spekulation in einem Markt gesehen werden kann.

Warum der CoT-Report für mittel- bis langfristig orientierte Trader so wertvoll ist lässt sich einfach erklären: Jede eröffnete Futures-Position, jeder gekaufte oder leerverkaufte Kontrakt muss früher oder später durch ein Gegengeschäft zwingend geschlossen werden. Ist in einem Markt also viel Spekulation durch viele offene Futureskontrakte, so lässt sich langfristig eine starke Trendbewegung in die Gegenrichtung der offenen Positionen erwarten. Wenn Sie nun bereits die Dollarzeichen in den Augen stehen haben, dann möchte ich Sie sofort desillusionieren. Die CoT-Daten sind einerseits so unfassbar treffsicher in ihrer Aussage, dass man denkt, man habe die eierlegende Wollmichsau endlich gefunden. Andererseits sind sie eines nun genau nicht: ein Timinginstrument. Und genau das wird den meisten Tradern, die sich auf dieses Terrain begeben, zum Verhängnis. In einem Seminar sagte ich einmal etwas überspitzt: „CoT-Daten sind in ihrer Aussage todsicher, aber fast niemand verdient auf Dauer damit Geld!“

Ich kann Sie beruhigen: Es verdienen eine ganze Menge Leute damit Geld. Aber diese Leute haben einiges, was möglicherweise auf Sie nicht zutrifft. Sie haben umfassendes Marktwissen, sie haben in der Regel eine satte Kapitaldecke im 6-stelligen oder 7-stelligen Bereich, sie haben Ausdauer und kein Problem mit temporären Preisschwankungen gegen sie. Was nützt es, wenn Ihnen die CoT-Daten sagen, dass der Kaffee-Future (KC) in einigen Jahren von aktuell 130 auf 200 oder 250 ansteigen dürfte, Sie aber den zwischenzeitlichen Schlenker auf 100 nicht aushalten, weil Ihre Kapitaldecke das nicht hergibt?! Meiner Erfahrung nach verstehen viele nicht vollends, was die Stärken und was die Schwächen oder Begleiterscheinungen dieses Instruments sind. Deshalb fällt es dem Ottonormal-Trader schwer, damit Geld zu verdienen. Im Folgenden möchte ich Ihnen tiefere Einblicke in den CoT-Report geben, damit Sie es schaffen können, zu jenen privaten Tradern zu zählen, die derart gehaltvolle Informationen auch in bare Münze umwandeln können.

Es gibt an den Terminbörsen für die jeweiligen Futures-Märkte eine festgelegte Obergrenze der Kontraktanzahl, die spekulativ gehalten werden darf. Diese Obergrenze wird „reportable Limit“ genannt. Überschreitet ein Händler diese Grenze, so wird er berichtspflichtig. Er wird dann von der Börsenaufsicht aufgefordert, den vollen Umfang und in der Regel auch den Zweck seiner Position offenzulegen. Wer über dem „reportable Limit“ liegt wird entweder als Commercial oder als Large Trader eingestuft. Doch Vorsicht: Es kommt vor, dass Commercials zwar Commercials sind und als solche agieren, aber aufgrund des geringen Kontraktvolumens in die Klassifikation der Kleinspekulanten rutschen. Dies ist in den Fleischmärkten der Fall, wo kleinere Farmer ihren Viehbestand über den Terminmarkt absichern, aber so wenige Kontrakte handeln, dass sie als Kleinspekulanten eingestuft werden.

 

Small Speculators – Die Kleinspekulanten  >>>