[RealMoneyTrader]: (Nachwachsende) Rohstoffe sind Range-Märkte

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Unzählige Analyse-Methoden gibt es, um sich den Märkten zu nähern und seine Anlage- und Trading-Entscheidungen treffen zu können. Ob wir nun von Elliott-Wave-Theorie, klassischer Charttechnik oder Mondzyklen reden: es gibt verschiedenste Ansätze. Manches erscheint recht kryptisch und kompliziert. Auch, wenn Sie vermutlich aufgrund einer zu begrenzten Kapitaldecke nicht davon profitieren können, so ist es für die prinzipielle Herangehensweise an den Handel von Rohstoffen von großem Vorteil, sich folgendes bewusst zu machen:

Rohstoffe sind Range-Märkte! Ich spreche hier speziell und explizit von Agrar-Rohstoffen, die kein endliches Vorkommen haben und sowohl real verbraucht werden, als auch immer wieder nachwachsen. Diese Rohstoffe laufen ultralangfristig in Ranges, die nicht selten sogar über Dekaden oder gar Jahrhunderte sehr konstant sind. Die nachfolgenden Grafiken zeigen historischen Weizen-Charts, die uns bis ins Jahr 1264 zurück blicken lassen. Dabei fällt eine sehr stabile Kaufzone zwischen 300 und 400 Pound sofort ins Auge. Die Verkaufszone ist deutlich breiter und somit auch schwieriger zu handeln. Sie erstreckt sich von 600 bis 900 Pounds.

Das Problem hierbei ist: Unsere Kapitaldecke lässt es kaum zu, eine Position auszusitzen, bei der wir zu 600 Pound geshortet haben und ein Jahr später vorübergehend bei 1300 Pound notieren, ehe es, wie 2008/2009 geschehen, auf unter 400 absinkt. Auch ist es zeitlich kaum darstellbar, dass man eine halbe oder ganze Dekade wartet, bis sich eine Übertreibung abgebaut hat. Die Märkte sind heute viel effizienter, als noch vor einigen Dekaden und erst Recht, als vor einigen Jahrhunderten. Dennoch kann man aufgrund seiner persönlichen Einschränkungen so nicht handeln. Speziell auf der Shortseite kann man sich nicht so verhalten, da die Risiken dort nochmals höher sind, als Long. Denn einen gewissen Wert wird ein Rohstoff immer haben und somit in Richtung Null niemals absinken.

 

 

Quelle: www.ourworldindata.org

 

Quelle: Tradingview.com

 

Was bringt Ihnen diese Erkenntnis des langfristigen Range-Charakters also?

Trader verhalten sich beim Rohstoffhandel sehr schnell kopflos, wenn ein Preis rapide ansteigt oder fällt. Wer sich aber bewusst macht, dass Produzenten zu niedrigen Preisen wenig(er) abzugeben bereit sind und das Angebot immer automatisch verknappt wird, der versteht, warum man Rohstoffe an historischen Kaufzonen immer wieder Long handeln kann. Bei einem drastischen Preisanstieg sind die Produzenten bestrebt, möglichst viel von diesem Rohstoff zu produzieren und zu veräußern. Eine Angebotsausweitung führt mittelfristig dann zu wieder fallenden Preisen.

Auch muss gerade für Spekulationen auf der langen Seite klar sein, dass geopolitische Ereignisse, klimatische und Wetter-Phänomene immer wieder zu Missernten führen können und werden, so dass der Preis von Zeit zu Zeit definitiv einen eruptiven Anstieg erfährt. Rohstoffe, im Speziellen Agrar-Rohstoffe waren in den letzten Jahren aufgrund von Rekordernten und hohen Lagerbeständen im Abwind und bilden seit Monaten auf niedrigem Niveau potenzielle Böden aus. Da Menschen und somit auch wir Trader dazu neigen, die jüngste Vergangenheit einfach in die Zukunft zu projizieren, schauen aktuell die meisten auf den Aktienmarkt und auf die Kryptowährungen. Diese Märkte sind bereits toll gelaufen. Das heißt zweifelsfrei nicht, dass sich diese Trends nicht fortsetzen können. Doch smarte Investoren schauen dorthin, wo es gerade nicht raschelt. Und wer das tut, wird zweifelsohne auf einige Rohstoffe stoßen, die enormes Potenzial haben. Bei Weizen wurde im Crop-Year 2016/2017 so wenig neu angebaut, wie letztmals 1909. Niemand achtet derzeit auf Weizen. Doch dieser Markt hat enormes Potenzial und dürfte, so meine Meinung, sehr sensibel auf kleinste Nachfrageschübe, wie auch auf ungünstige Wetterprognosen reagieren, so sie denn kommen.

 

 

 

 

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