[RealMoneyTrader]: Bitcoin- und Krypto-Hype – Haben wir eine Blase?

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Abseits von Dax, Dow, Gold EUR/USD und Co war im Jahr 2017 am meisten Geld zu verdienen: Mit Krypto-Währungen. Die Notierungen hierfür schossen steil gen Norden und stellten alles in den Schatten. Den größten Wertzuwachs hätte man dabei mit DASH erzielt. Aus 10.000 Euro wäre mehr als 1 Million geworden. Die wohl bekannteste Krypto-Währung, der Bitcoin, hätte immerhin 1500% Performance gebracht. Sicherlich: Das sind genau die Performancezahlen, von denen Sie immer geträumt haben, nicht wahr? Sie fragen sich, ob Sie nun nicht doch alle klassischen Anlagen, wie Aktien oder Edelmetalle ad acta legen und in den neuen Megatrend Krypto-Währungen investieren sollten. Und Sie müssen nicht lange suchen und werden Grafiken finden, in denen die Entwicklung neuer Technologien übereinander gelegt wird und laut denen der Krypto-Hype noch in den Kinderschuhen steht. Man muss sich gar nicht spezifisch mit einem neuen Megatrend und dessen Inhalten auskennen, um für sich entscheiden zu können, ob man investiert oder nicht. Völlig gleich, ob es 3D-Drucker, Smart-Cities oder Krypto-Währungen sind: Sie müssen nur ein paar immer gleiche Phänomene kennen und sich die richtigen Fragen stellen.

 

  1. Die überwältigende Masse verschwindet wieder

Wussten Sie, dass es in den USA einmal knapp 2000!!! Automobilmarken gab? Heute sind es noch ganze drei. Das Auto war die Basisinnovation Ende des 19. Jahrhunderts. Die Automarken schossen wie Unkraut aus dem Boden. Diejenigen zu erwischen, die sich am Ende durchsetzen würden, glich aus heutiger Sicht der Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Man hätte in 2000 verschiedene Werte investieren müssen, von denen 1997 sich wieder in Luft auflösten und drei natürlich eine gigantische Entwicklung nahmen. Als Ende des 20. Jahrhunderts der Internet-Hype einsetzte gab es gigantische Kursentwicklungen bei Dotcom-Unternehmen. Wir alle verstanden kaum, was die Unternehmen machten und noch weniger, warum sie mit dem 1000fachen des Gewinns bewertet sein sollten, aber wir waren bei der Party dabei. Und es fühlte sich gut an. Jedenfalls eine Zeit lang. Irgendwann platzte die Blase und es trennte sich die Spreu vom Weizen. Es überlebten am Ende nur die soliden Titel, der Rest löste sich in Luft auf. Dann kamen vor einigen Jahren die 3D-Drucker. Es war kein so großer und massentauglicher Hype, aber auch hier stürzten sich Anleger in einer Art Goldrausch drauf. Solange, ja solange bis irgendwann sich einmal anschaute, wie die Dinge aussehen, die ein solcher 3D-Drucker ausdruckt. Dann war es vorbei mit der Herrlichkeit! Bei den Kryptowährungen wird es nicht anders laufen, als bei bisher ausnahmslos alles Basisinnovationen und neuen Technologien: Die überwältigende Mehrzahl davon werden sich in Luft auflösen. Die Kunst für Sie wird daher sein, rechtzeitig auszusteigen, bevor der Zug mit voller Wucht gegen die Wand fährt!

  1. Es wird Regulierungen geben (müssen)!

Bis vor kurzem investierten nur die eingefleischten Krypto-Freaks (ohne es böse zu meinen) in diesen Hype. Oft waren das Leute, die als Programmierer oder IT´ler ohnehin ein gutes Verständnis für komplexere Verschlüsselungen und Denkweisen hatten. In den letzten Monaten aber landeten auf einmal die Kurse der wichtigsten Kryptowährungen auf großen Finanzportalen, die Medien berichteten sehr regelmäßig über den Hype und der Bitcoin ist seit Dezember 2017 sogar als Future an der CME handelbar. Es wird nun zu einem leichter zugänglichen Produkt, wenn gleich der Future eine Marginanforderung hat, die den Kleinanleger definitiv von der Party ausschließt. Dennoch: Bei CFD-Anbietern lassen sich Kryptos handeln, es gibt erste Anlagezertifikate. Die Eintrittsbarriere sinkt und immer mehr werden auch Leute investieren, die rein gar keine Ahnung haben, in was sie da ihr Geld anlegen. Freilich dürfte das eine Zeit lang gut gehen, genauso, wie es Ende der 90er-Jahre auch eine Zeit lang gut ging, irgendwelche Internetbuden zu kaufen, von denen man nicht verstand, was sie machen und ob das überhaupt in der Form benötigt wird und konkurrenzfähig ist. Noch sind die Ausschläge wild, weil es keinerlei Regulierung gibt. Doch seien Sie versichert: Die wird nicht lange auf sich warten lassen. Bei Rohstoffen gibt es beispielsweise tägliche Preislimits, um unkontrollierte Ausschläge einzudämmen. So etwas wird auch bei den kommerziell gehandelten Kryptowährungen kommen (müssen). „Müssen“, weil es irgendwann losgehen wird, dass sich immer mehr ahnungslose Anleger mit Tagesschwankungen von 20-30% nicht nur die Finger, sondern das ganze Depot verbrennen. Und wenn es da die ersten Berichte von Leuten gibt, die ihr Hab und Gut im Kryptomarkt verloren haben, dann ist das DER Aufhänger schlechthin, um dem Treiben Einhalt zu gebieten durch eine Regulierung. Denn eine essentielle Frage müssen wir uns bei all dem unbedingt stellen:

  1. Gibt es staatliche Interessen an solchen Parallelwährungen?

Und hier lautet die Antwort: Nein, nein und nochmals nein, wenn Sie mich fragen! Staaten nutzen die gängigen Währungen, um sich darüber zu entschulden. Die Entwicklungen von Euro, US-Dollar, Britischem Pfund und Co lässt sich staatlich einigermaßen steuern durch die Zins- und Fiskalpolitik des jeweiligen Landes bzw. der zuständigen Notenbank. Und genau das ist ja auch gängige Praxis. Bislang wurde nur deshalb nichts gegen den Krypto-Trend gemacht, weil er so klein war, dass er keine Konkurrenz zu den „klassischen Währungen“ darstellte. Stellen Sie sich mal losgelöst von Ihren hoffentlich hoher Gewinnen in Ihrer favorisierten Krypto-Währung die Frage, welches Interesse ein die USA oder auch Europa haben sollten, dass deren mühsam aufgebaute Maschinerie durch Bitcoin, Dash und Ethereum abgelöst werden soll? Ich sehe keinen Grund dafür. Und genau deshalb werden Regulierungen kommen. Es ist nur eine Frage der Zeit.  Verstehen Sie mich nicht falsch: Elemente aus den Krypto-Trends sind toll (zum Beispiel die Blockchain) und werden uns erhalten bleiben als Technologie. Aber eben kaum eine Krypto-Währung in der gegenwärtigen Form. Das ist meine feste Überzeugung!

  1. Ist es für Sie ein Investment oder eine Religion?

Ich kenne einige Krypto-Jünger aus meinem Bekanntenkreis, aber auch aus dem Kundenbereich. Sie alle eint, dass sie sich unheimlich intensiv mit der Thematik befassen. Das ist toll. Sie alle eint, dass sie mir sehr genau erklären können, warum Krypto-Währungen für die Gesellschaft so innovativ und nutzenstiftend sein können. Das ist auch toll. Und was sie ebenfalls alle eint: Nicht einer hat auch nur ansatzweise eine Idee, wann er verkauft! Mit dieser essentiellsten aller Fragen eines Traders oder Investors befasst sich jedenfalls in meinem Bekanntenkreis niemand. Doch genau das sollte ein Investor (oder Trader) immer tun. Er sollte ein Maß für die faire Bewertung seines Investments haben und präzise Vorstellungen, unter welchen Bedingungen ausgestiegen wird. Die Tatsache, dass an den Ausstieg kein Gedanke verschwendet wird, ist ein untrügliches Zeichen dafür, dass es für die betreffenden Personen eine Religion und kein Investment ist. Und wenn Sie sich nun erinnern, dass wir eingangs darüber sprachen, dass die überwältigende Mehrzahl der Krypto-Währungen sich, wie bei allen Basisinnovationen zuvor auch, in Luft auflösen wird, dann ist die Frage, wann man aussteigt die mit Abstand wichtigste. Es gibt im Moment einige theoretische Millionäre in dem Bereich. Doch solange sie nicht aussteigen, bleibt es eben nur theoretischer Reichtum. Und glauben Sie mir: Am Ende werden nur wenige wirklich damit reich werden (und es bleiben). Und das sind diejenigen, die rechtzeitig verkaufen, bevor der rechte Teil der parabelartigen Entwicklung einsetzt.

Das nachfolgende Schaubild illustriert die Phasen einer Spekulationsblase, wie sie sich nach meiner Erfahrung gestalten. Wir befinden uns beim Bitcoin meiner Meinung nach zwischen Phase (4) und Phase (5).

 

Abbildung: Phasen einer Blasenbildung eines Marktes

 

Fazit:

Ich beglückwünsche jeden, der diesen Hype frühzeitig erkannte und bis hierher erfolgreich nutzen konnte. Ich wünsche Ihnen, dass Sie auch am Ende als Gewinner daraus hervorgehen. Das wird aber nur der Fall sein, wenn Sie rechtzeitig den Absprung finden und nicht zu jenen gehören, die trotz klarer historischer Parallelen zu anderen Basisinnovationen glauben, dass diesmal alles anders läuft als sonst. Machen Sie sich vor allem den extrem spekulativen Grad Ihres Engagements bewusst. Denn: Rohstoffe, wie Weizen, Rohöl oder Palladium werden real ge- und verbraucht. Sie haben einen tatsächlichen Nutzen und werden dementsprechend nie wertlos werden. Bei Aktien ist dies schon schwieriger, denn hier kann ein Unternehmen und damit auch dessen Aktie vom Markt verschwinden und Ihr Investment wertlos werden. Doch welchen Nutzen und Stellenwert wird DASH in 5 Jahren in unserer Gesellschaft haben? Das wissen wir nicht, weil wir nicht wissen, wie stark hier reguliert wird und was von diesem Hype über bleibt.  Die Tulpenblase habe ich bewusst ausgespart, da Tulpen nun zweifelsfrei keine Basisinnovation darstellen und nichts wirklich Brauchbares für die Zukunft der Gesellschaft darstellen. Doch das Verlaufsmuster war auch dort ähnlich. Dennoch würde der Vergleich meines Erachtens hinken.

 

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